Home
 Aktuelles
 Im Blickpunkt
 

Modellbahnwochenende: Großer Bahnhof für kleine Bahnen

Kleine Bahnen sorgten am 25. und 26. Juni 2011 wieder für große Augen im Verkehrsmuseum. Mehrere Anlagen auswärtiger Aussteller sowie die museumseigene Modellbahnanlage ließen die Herzen kleiner und großer Museumsbesucher höher schlagen. Ein Pendelverkehr mit historischen Straßenbahnen sorgte zudem für eine stilechte Anreise.

Spätestens beim Betreten der Westhalle fiel wohl jedem Besucher auf, dass er eine durchaus besondere Veranstaltung im Verkehrsmuseum besuchte. „Eintritt frei“ stand an dem Automaten, welcher sonst die Eintrittskarten verkauft. Und kaum, dass die Besucher dann in der Westhalle standen, konnten sie auch schon die Geräusche der Hauptakteure des Wochenendes vernehmen - Fahrgeräusche von Modellbahnen.

Inmitten der Westhalle standen große und kleine Anlagen unterschiedlicher Maßstäbe nebeneinander aufgebaut. Mehrere Aussteller aus nah und fern zeigten, welche kleine Miniaturlandschaften und -fahrzeuge sie eigenhändig aufgebaut hatten. Am F-Triebwagen präsentierte die Interessengemeinschaft Modellstraßenbahn Hannover ihre Anlage mit Motiven der niedersächsischen Landeshauptstadt im Maßstab 1:87 (Spur H0) - auf der mitunter aber auch schon mal Frankfurter U5-Wagen ihre Runde drehten - sowie mehrere unterschiedliche Modelle, darunter beispielsweise auch ein Frankfurter L/l-Zug. Direkt gegenüber hatte der Modelleisenbahn-Club Griesheim auf dem Hallenboden seine Modellbahn im Maßstab 1:22,5 (LGB) aufgebaut, auf der Kinder selbst die Züge fahren lassen durften.

         

Erstmals dabei waren die Karlsruher Modell- und Eisenbahnfreunde mit ihrer nach Vorbild der Albtalbahn errichteten Anlage im Maßstab 1:87, auf der auch die der Strecke zugehörigen Fahrzeuge unterwegs waren. Ebenfalls erstmals zugast waren Magdeburger Straßenbahnfreunden mit einem Teil ihrer Modulanlage nach Vorbildern der Elbestadt. Die Anlage selbst gilt als eine der größten transportablen Modulanlagen Deutschlands und war – obwohl gar nicht alle Module mitgebracht worden waren – auch die längste der ausgestellten Gast-Anlagen des Modellbahnwochenendes.

Neben der Magdeburger Anlage war erneut der Modelleisenbahn-Club Griesheim vertreten. Einerseits wurde hier eine Anlage im Maßstab 1:120 (Spur TT) präsentiert. Andererseits brachte der Modellbahnclub auch wieder sein bekanntes und besonders bei Kindern beliebtes Rangierspiel mit. Gegenüber, am Hilfsgerätewagen, drehten die ebenfalls bekannten und beliebten Eigenbauten der Frankfurter O-, P- und S-Wagen im Maßstab 1:22,5  von Michael Dietz, Benjamin Keiner und Günter Raab wieder ihre Runden.

Bei den Ausstellern im Erdgeschoss der Westhalle befand sich auch der Stand des Tramshops Rolf Hafke. Dort konnte u. a. vielfältige Literatur zu Nahverkehrsthemen angeschaut und erworben werden. Passend zum Modellbahnwochenende bot Rolf Hafke auch Straßen- und Stadtbahnmodelle unterschiedlicher Städte zum Verkauf an.

Auf der Nordempore der Westhalle gab es noch zwei weitere Anlagen zu besichtigen. Am Anfang der Empore hatte Ingbert Neumeister aus Mainz seine Kofferbahnen aufgebaut. Die detaillierten fiktiven Straßenbahnmotive im Maßstab 1:160 (Spur N) boten den Betrachtern viele Gelegenheiten, kleine Einzelheiten zu entdecken. Zudem präsentierte Ingbert Neumeister Messing-Eigenbauten in den Maßstäben 1:160 und 1:87. Am Ende der Nordempore gab es die museumseigene Modellbahnanlage zu entdecken. Arnold Scholl stand dort den Besuchern Rede und Antwort. Pünktlich zum Modellbahnwochenende konnte auf der sich immer weiter entwickelnden Anlage auch das Modul Schulstraße fertiggestellt werden, welches u. a. durch originalgetreue Nachbauten der dortigen Häuser besticht.

   

Reges Treiben herrschte an beiden Tagen jedoch nicht nur in der Westhalle, sondern auch im Freigelände des Museums. Vor den Toren der Westhalle wurden Besucher und Personal mit Grillspezialitäten, Crêpes, Kuchen und Getränken versorgt. Überdachte Sitzgelegenheiten boten zudem die Möglichkeit, eine kurze Verschnaufpause im Trockenen einzulegen. Direkt neben dem Imbiss-Bereich stand an beiden Tagen ein Bus. Am Samstag der Gießener 105 des Fabrikats Büssung, in dem Peter F. Linhart verschiedene Artikel mit Nahverkehrsbezug zum Kauf anbot. Am Sonntag stand an selber Stelle der bunte Mercedes-Benz O 305 der Interessengemeinschaft Nahverkehr Rhein-Neckar. Davor  hatte deren Modulgruppe eine kleine Modellanlage, auf der Züge aus dem Rhein-Neckar-Dreieck fuhren, sowie ebenfalls einen kleinen Shop aufgebaut.

Auf dem Weg zur Osthalle kamen die Besucher an beiden Tagen auch bei Klaus Bodens und seinen zwei Zügen im Maßstab 1:32 (Spur 1) - einem Dampfzug sowie einem Schienenbus - vorbei. Diese waren vor dem ehemaligen Bommersheimer Wartehäuschen aufgebaut. Die Geräusche des Dampfzuges waren zeitweise über das ganze Museumsgelände - also mitunter auch in Ost- und Westhalle - zu hören.

Vor den Signalanlagen neben dem Wartehäuschen gab es eine Neuheit zu bewundern. Daniel Butt hatte seine vor kurzem beschaffte Fahrraddraisine auf das Gleis vor den Signalen gestellt. Dort pendelte er das kurze Stück regelmäßig hin und her. Einige Besucher ließen es sich nicht entgehen, sich auf die eigens für Fahrgäste angebrachten Stühle zu setzen und sich ein kurzes Stück chauffieren zu lassen.

Am Sonntag stand im Freigelände vor der Osthalle noch ein weiterer Aussteller. Mitglieder des „Dampfbahnclub Taunus“ stellten mehrere ihrer fahrfähigen Modelle im Maßstab 1:10 aus. Den interessierten Besuchern erlaubten sie zudem einen Blick hinter die Kulissen und erläuterten detailliert das Innenleben der einzelnen Loks und Waggons. So mancher Besucher war dann erstaunt, dass sich in einem harmlos aussehenden Güterwaggon drei Autobatterien verbergen konnten.

In der Osthalle - in die an beiden Tagen, in Relation zu anderen Veranstaltungen dieser Art, relativ viele Besucher den Weg fanden - gab es anlässlich des Modellbahnwochenendes zwar keine Modelle zu bewundern, dafür aber ein anderes außergewöhnliches Exponat. Das Feuerwehrmuseum Frankfurt hatte leihweise ein Universallöschfahrzeug (ULF) zur Verfügung gestellt. Das Fahrzeug, Baujahr 1986, verursachte vor allem Kindern des Öfteren ein großes Staunen.

   

Abgerundet wurden beide Tage durch einen Pendelverkehr mit historischen Straßenbahnen zwischen Messe, Hauptbahnhof und Verkehrsmuseum. Am 25. Juni wurden der L/l-Zug  - bestehend aus L-Tw 124 und l-Bw 1242 - sowie der Pt-Tw 190  eingesetzt. Der M/m-Zug - gebildet aus dem M-Tw 102 und dem m-Bw 1804 - sowie der O-Tw 110 verkehrten am Sonntag.

Insgesamt fanden an beiden Tagen fast 1.600 Besucher den Weg ins Verkehrsmuseum. Am Samstag waren es über 600, am Sonntag dann fast 1.000. Somit wurde bereits am ersten Tag – trotz des teilweise andauernden Regens - die Gesamtbesucherzahl des Vorjahres erreicht. Alles in allem also ein erfolgreiches Wochenende, welches im kommenden Jahr seine Fortsetzung finden soll.

Für die angereisten Aussteller gab es am Samstagabend zudem noch ein besonderes Highlight. Mit dem Fahrschul-Pt-Tw 2050 unternahmen sie eine Sonderfahrt durch das Frankfurter Straßen- und Stadtbahnnetz. Die Fahrt führte u. a. nach Oberursel und an die Wendeanlage Heerstraße. Im Fahrzeug selbst wurde mit Getränken und kleinen Snacks für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. (ab)