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 50 Jahre M-Wagen
 

50 Jahre M-Wagen

Zwischen 1959 und 1998 prägte der sechsachsige Gelenktriebwagen mit seinen vierachsigen Beiwagen das Bild des städtischen Öffentlichen Personennahverkehrs in Frankfurt am Main. Die Düsseldorfer Waggonfabrik (DÜWAG) baute diesen so genannten „GT6“ nach einem einheitlichen Muster für viele Städte im In- und Ausland, unter anderem auch für Frankfurt am Main. Entsprechend der Frankfurter Gepflogenheit, den unterschiedlichen Trambahn-Baureihen Buchstaben des Alphabets zugeordnet, erhielt der „GT6“ in Frankfurt die Bezeichnung „M“.

Insgesamt wurden 45 Trieb- und 26 Beiwagen in zwei Serien 1959 und 1963 geliefert. Aus einem „N“-Triebwagen entstand 1975 durch Ausbau des Mittelteils, welches bei einem schweren Unfall in Sachsenhausen beschädigt wurde, ein weiterer „M“-Triebwagen. Im Laufe ihrer Einsatzjahre wurden „M“-Wagen nicht nur auf den Straßenbahnlinien eingesetzt. Von 1968 bis 1978 waren sie auch im Stadtbahnvorlaufbetrieb auf der A-Strecke (heute: U1, U2, U3) auf den Vorort-Linien nach Bad Homburg und Oberursel anzutreffen. Dazu erhielten einige Fahrzeuge auf der Türseite Kunststoffvorbauten (im Volksmund „Blumenkästen“ genannt), um den für die Fahrgäste zu überwindenden Abstand zu den auf die breiteren U-Bahn-Wagen ausgelegten Bahnsteigen auszugleichen.

Das Ausscheiden der „M“-Wagen aus dem planmäßigen Liniendienst bedeutete zum Glück nicht ihr Ende. Ein Großteil der Fahrzeuge wurden nach Osteuropa verkauft und konnte dort eine zweite Heimat finden, in der sie teilweise noch heute im Einsatz sind. In Frankfurt verblieb ein betriebsfähiger Triebwagen mit Beiwagen, beide gehören zum historischen Fuhrpark der VGF. Sie kommen zu besonderen Anlässen wie dem Tag der Verkehrsgeschichte und bei anderen Sonderfahrten weiterhin zum Einsatz.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums haben Mitglieder der HSF eine Sonderausstellung gestaltet. Sie wurde erstmals am 29. November 2009 in der Osthalle des Verkehrsmuseums präsentiert und zeigt detailliert in Wort und Bild die Geschichte des „M“-Wagens. Neben technischen Aspekten steht in erster Linie der Betrieb auf den Straßenbahn- und Stadtbahnstrecken im Vordergrund. Ergänzend werden der Ursprung der DÜWAG-Gelenktriebwagen sowie der Verbleib der „M“-Wagen nach 1998 beleuchtet.