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Wie in alten Zeiten: "L"-Tramwagen erscheint im neuen (alten) Glanz

20.09.06
Die VGF hat einen 50 Jahre alten Straßenbahn-Zug in seinen Originalzustand rückversetzt. Zum Tag der Verkehrsgeschichte am 24. September werden Trieb- und Beiwagen vor dem Schwanheimer Verkehrsmuseum präsentiert. Nicht nur Straßenbahn-Fans werden begeistert sein.

Im Fuhrpark der VGF ist er einzigartig: Ein Straßenbahn-Wagen des Typs "L" in seiner Originallackierung Elfenbein mit grau-grünem Streifen unter der Fensterreihe sowie blau-grauem Fahrgestell und ebensolcher Kupplung. Die VGF hat den rund 50 Jahre alten Schienen-Oldtimer nun restauriert, am kommenden Sonntag, 24. September 2006, 10 bis 18 Uhr, zum Tag der Verkehrsgeschichte, wird der Wagen mit der Nummer 124 und sein Beiwagen Nr. 1242 vor dem Schwanheimer Verkehrsmmuseum erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die VGF verspricht nicht zu viel: Der alte Tram-Wagen mit seinem passenden Anhänger ist eine - im wahrsten Sinne des Wortes - seltene Schönheit! Und wird nicht nur Straßenbahn-Freunde oder Nostalgiker begeistern.

Der rund 15 Meter lange und 15,5 Tonnen schwere "L"-Wagen wurde 1957 in Dienst gestellt, der ebenfalls vierachsige Beiwagen ein Jahr später. Die Stadtbahn-Zentralwerkstatt (StZW) der VGF hat die beiden Fahrzeuge nun in wochenlanger Arbeit in einen Zustand (rück-)versetzt, der bis auf einige Details dem Anfang der 60er Jahre entspricht. Dazu wurde in Archiven gewühlt und wurden Zeitzeugen befragt - so etwa Mitarbeiter der StZW, die mit den "L"-Wagen noch zur Schule gefahren waren. Auf diese Art hat die VGF-Werkstatt die Beklebung rekonstruiert - mit den farbigen Frankfurter Wappen und dem roten Versalien-Schriftzug "STADT FRANKFURT A.M." auf den Seiten. Im Innenraum sind die alten Schilder des Herstellers, der Waggonfabrik Uerdingen AG, Werk Düsseldorf, angebracht: Im Triebwagen stehen 33 Sitz- und 47 Stehplätze zur Verfügung; im Anhänger 31 Sitz- sowie 91 Stehplätze.

Viel wurde an den Wagen im Laufe ihres Einsatzes auf Frankfurter Straßenbahn-Gleisen zum Glück nicht verändert, was sich bei der seit Ende Juli laufenden Restaurierung ausgezahlt hat. Aber auch an "124" und "1242" ging die Zeit nicht spurlos vorbei: Die Türtaster, die Lautsprecher auf dem Fahrzeugdach und auch der Stromabnehmer des Triebwagens gehören nicht zur Original-Ausstattung, sondern wurden im Laufe der Zeit ein-, aus-, um oder angebaut. Auch die grünen Kunstledersitze wurden zwischenzeitlich erneuert und der ehemalige Schaffnersitz im Beiwagen entfernt. Die Werkstatt wollte aber nicht so puristisch sein, auch diese - durchaus sinnvollen - Dinge rückgängig zu machen.

Zwar ist der "L"-Wagen in seiner Original-Lackierung ein Unikat, das deutschland- und weltweit seinesgleichen sucht, die VGF verfügt in ihrem Verkehrsmuseum Schwanheim aber über eine identische Komposition aus Trieb- und Beiwagen (Nr. 236 und Nr. 219). Die nicht unerheblichen Unterschiede: Das Museums-Fahrzeug ist in der Farbkombination Beige-Orange lackiert, sie folgte auf das Elfenbein, und zur Zeit nicht fahrtüchtig. Die restaurierte "L"-Tram ist dagegen voll einsatzfähig und steht in seiner ganzen Pracht dem Vermietungsgeschäft und dem Messeverkehr zur Verfügung - wie seit 1996.

Hinweis an die Redaktion: Der "L"-Wagen wird erst am Sonntag der Öffentlichkeit präsentiert, Fotos möchte die VGF nicht vorher zur Verfügung stellen.

Bei Rückfragen:
Thomas Lusmöller
HSF-Vereinskommunikation
E-Mail: thomas.lusmoeller@hsf-ffm.de