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 Verkehrsmuseum Frankfurt
 Fahrzeugsammlung
 

30 Jahre „U3“-Wagen


Zur Eröffnung der so genannten B-Strecke zwischen der Konstablerwache und der Seckbacher Landstraße in Bornheim am 31. Mai 1980 beschafften die Stadtwerke Frankfurt am Main 27 Einheiten des Stadtbahntyps „U3“ beim Hersteller DUEWAG. Seit 30 Jahren kommen diese ausschließlich auf der U-Bahn-Linie U4 zum Einsatz.

Ausschließlich auf der U4 im Einsatz

28 Jahre legte jeder der „U3“-Wagen jährlich rund 85.000 Kilometer ausschließlich auf der U4 im Frankfurter Untergrund zurück. Tageslicht bekamen sie nur bei Betriebsfahrten vom und zum Betriebshof Eckenheim zu sehen, in dem sie bis zur Eröffnung des Betriebshofs Ost im Juli 2003 beheimatet waren. „Auf Linie“ kann man den „U3“ erst seit dem 15. Juni 2008 auf den oberirdischen Stadtbahnstrecken beobachten. An diesem Tag wurde die U4 über ihren bisherigen Endpunkt „Seckbacher Landstraße“ hinaus verlängert. Jeder zweite - in den Hauptverkehrszeiten jeder dritte - Zug verkehrt seitdem über die Umfahrungsgleise des Betriebshofs Ost zur Station „Schäfflestraße“. Seit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2008 verkehrt die U4 von dort parallel zur U7 weiter bis nach Enkheim.

Markantes Design

Die markantesten Unterschiede des „U3“-Wagens zu den bis dahin auf den Linien U1, U2 und U3 eingesetzten „U2“-Wagen: die ungeteilte Windschutzscheibe an den beiden Frontseiten und die veränderte Türanordnung. Bei dem „U3“-Wagen handelt es sich um ein Zweirichtungsfahrzeug, das rund 26 Meter lang und 2,65 Meter breit ist. Er bietet 64 Sitz- und weitere 182 Stehplätze. Angetrieben wird er von zwei Motoren mit jeweils 174 KW und wiegt leer 36 Tonnen. Wie bislang bei den Stadtbahnfahrzeugen üblich, bestehen die Fahrzeuge aus zwei Teilen, die durch ein begehbares Gelenk miteinander verbunden sind. Sie laufen auf sechs Achsen, die in drei Drehgestellen aufgehängt sind. Vier Türen pro Seite machen einen schnellen Fahrgastwechsel möglich, wobei die VGF zwischen 2001 und 2004 je eine Tür pro Seite behindertengerecht umgebaut hat, indem die Mittelstange entfernt und die daran montierte Technik - Sprechanlage zur Kontaktaufnahme mit dem Fahrer, Notbremse, Türöffner und Lichtschranke - an die Seiten verlegt wurden.

Guter Allgemeinzustand

Dass der „U3“-Wagen in die Jahre gekommen ist, merkt der Fahrgast ihnen aber dennoch an. Klimaanlagen, Videoüberwachung und optische Fahrgastinformationen im Inneren des Fahrzeugs waren bei der Beschaffung des „U3“ noch Fremdworte. Heute gehören diese Punkte zum Standard bei Neubeschaffungen. Sein dennoch guter Allgemeinzustand erklärt sich mit seinem überwiegenden Einsatz auf der bis 2008 ausschließlich im Frankfurter Untergrund verlaufenden U-Bahn-Linie U4.

Zukunft des „U3“ unklar

Die Zukunft der „U3“-Wagen ist noch unklar. Eine Modernisierung der Fahrzeuge oder der Ersatz durch Neufahrzeuge sind Optionen, die beide mit hohen Kosten verbunden sind. Neufahrzeuge wie die „U5“-Wagen, welche die VGF derzeit beschafft, kosten rund 2,5 Millionen Euro. Die „Frischzellenkur“ der Mitte der 1990er Jahre beschafften „U4“-Wagen schlägt mit 632.000 Euro pro Fahrzeug zu Buche.

Der „U3“-Wagen wird bis auf Weiteres seine Dienste leisten - vielleicht genauso lang, wie sein Vorgänger.

Text: Thomas Lusmöller

Technische Daten

  • Baujahr: 1979/1980
  • Hersteller: DUEWAG
  • Leistung: 2x174 KW
  • Länge: 25,68 m
  • Breite: 2,65 m
  • Gewicht: 36,00 t
  • Sitz-/Stehplätze: 64/182
  • Linie(n): U4
  • Betriebshof: Ost